IT-Projekte für die Wohlfahrt


Wie wird man Junior Projektmanagerin? Gibt es dafür bestimmte Voraussetzungen?

Im Rahmen eines dualen BWL-Studiums hatte ich die Möglichkeit, kleinere Projekte aus verschiedenen Bereichen durchzuführen und erhielt erste Einblicke in das Projektcontrolling. Dennoch würde ich mich eher als Quereinsteigerin im Projektmanagement bezeichnen. Das ist übrigens bei den meisten Junior Projektmanagern in unserer Abteilung so: Unsere Ausbildungswege sind sehr unterschiedlich, jeder hat etwas anderes studiert. Uns alle verbindet eine Affinität für IT-Themen, die über die reine Anwenderperspektive hinausgeht. Man sollte sich dafür schon ein Stück weit begeistern können. Darauf wurde schon in der Bewerbungsphase Wert gelegt.

Wie lief diese ab?

Ich hatte mich auf eine Stelle als Junior Projektcontrollerin beworben, wurde dann aber gefragt, ob ich mir auch einen Einstieg als Junior Projektmanagerin vorstellen könnte. Das würde besser zu meinem Werdegang passen. Ich bejahte dies und in meinen Bewerbungsgesprächen bestätigte sich dieser Eindruck dann für beide Seiten. Anschließend lernte ich bei einem Schnuppertag das Team kennen und erhielt eine kurze Einführung in die Projektarbeit. Am Ende entschied die SoCura sich dann dafür, mich als Junior Projektmanagerin einzustellen – obwohl ich mich eigentlich auf eine andere Stelle beworben hatte. Ein sicherlich etwas ungewöhnlicher Verlauf, der aber für beide Seiten das Beste war.

Flexibilität plus die Bereitschaft, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen – sollte das nicht ohnehin zur DNA einer Projektmanagerin gehören?

Auf jeden Fall! In den ersten Wochen wurde ich als Springerin strikt nach Bedarf eingesetzt, man könnte von „Projekt-Hopping“ sprechen. Ein Kaltstart von Null auf Hundert, verbunden mit einer steilen Lernkurve. Dank wöchentlicher Feedbackgespräche fühlte ich mich trotzdem jederzeit gut aufgehoben. Meine Teamleitung wollte wissen: Wie fühlte ich mich dabei? Was gefiel mir gut, was weniger? Nach einiger Zeit wurden es dann weniger Projekte, in die ich dafür tiefer einstieg. Feedbackgespräche finden aber weiterhin regelmäßig statt und auch auf Team- und Abteilungsebene gibt es einen engen Austausch.

Wie sieht Projektarbeit in der Praxis aus?

Es geht gar nicht so sehr um die kleinsten technischen Details. Ich muss in erster Linie koordinieren und dafür sorgen, dass Kundenwünsche intern weitergeleitet, richtig verstanden und von unseren Experten umgesetzt werden. Wir arbeiten nach der Projektmanagement-Methode PRINCE2. Der große Vorteil dieser Methode ist, dass sie eine hohe Flexibilität bietet und an alle Projektumgebungen angepasst werden kann. Bei der Projektarbeit habe ich mit vielen, teilweise ganz unterschiedlichen Menschen zu tun. Wie man diese im Sinne des Gesamtprojektes möglichst zielführend zusammenbringt, lernt man nur durch Erfahrung. Außerdem benötigt man viel Empathie und Fingerspitzengefühl.

Worum geht es in solchen Projekten eigentlich inhaltlich?

In den meisten Fällen handelt es sich um IT-Projekte, es können aber auch Organisations-, ITSM- oder Roll-out-Projekte sein. So werden wir beispielsweise diverse Einrichtungen der Malteser Werke mit neuer Hardware ausstatten, in die IT-Cloud der Malteser überführen und dabei auch Software für Berichtswesen und Personalplanung einführen. Es geht um knapp 100 Standorte für Jugendbetreuung und Familienhilfe sowie Migrationseinrichtungen. Jeder Standort ist anders, da gibt es viele Unwägbarkeiten. Gemeinsam mit den Malteser Werken und Projektverantwortlichen auf Seiten der Malteser werden wir einen Roll-out an zwei Pilotstandorten planen und durchführen. Danach sehen wir uns an, wie es gelaufen ist und wie wir bei den weiteren Standorten vorgehen werden.

Wie läuft ein Roll-out in der Praxis ab?

In vielerlei Hinsicht ist das der Tag der Wahrheit: Hier wird die bestellte Hardware in den Einrichtungen installiert, die Arbeitsplätze werden eingerichtet, Verkabelungsarbeiten finden statt. Als Projektmanagerin bin ich an Roll-out-Tagen eigentlich eher für die Organisation zuständig, als Ansprechpartnerin für Kunden und Roll-out-Techniker, die sich den Blick für das Ganze bewahrt. Roll-outs erfordern häufig Improvisationstalent und spontane, pragmatische Entscheidungen. Vieles ergibt sich erst „organisch“ vor Ort. Dann muss ich auch schon mal selbst Hand anlegen, Drucker in Betrieb nehmen oder die angeschlossenen Geräte testen. Trotz aller Hektik machen Roll-outs aber Spaß! Es ist einfach schön, zu sehen, dass wir es im Team letztlich doch immer hinbekommen und wie dankbar die Kunden am Ende sind.

Sie sprechen an, dass es auch mal stressig wird. Wie gehen Sie damit um?

Projektmanagement ohne Stress – das gibt es nicht! Damit muss man umgehen können, besonders zu Spitzenzeiten rund um Roll-outs oder Daten- und Applikations-Migrationen. Wir achten im Team darauf, wie wir unsere personellen Ressourcen so einsetzen, dass die Arbeitslast möglichst ausgewogen ist. Überstunden fallen an, können aber über einen Freizeitausgleich zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgebaut werden. Die SoCura tut in diesem Bereich aber überhaupt sehr viel für die Mitarbeiter. Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements gibt es Sport- und Entspannungskurse, private Sport-Initiativen von Mitarbeitern ergänzen das Angebot. Alles in allem würde ich sagen, dass die SoCura einen gesunden Umgang mit dem Thema Stress pflegt.

Wie fällt Ihr Fazit aus nach einem Jahr bei der SoCura?

Mir macht es sehr viel Spaß! Die Arbeit ist spannend und abwechslungsreich, die SoCura professionell und gut strukturiert – ohne dabei starr und unflexibel zu sein. Die Projektarbeit ist eine echte Herausforderung, ich spüre aber stets die Unterstützung meiner Vorgesetzten und meines Teams. Nach und nach erhält man mehr Verantwortung und kann sich so gut weiterentwickeln. Der Austausch ist gut und hier herrscht ein echter Zusammenhalt. In unserem Team wird zudem viel gelacht – selbst in stressigen Phasen kommt also auch der Spaß bei uns nicht zu kurz!